Hände weg von meiner Fußpflegerin!


Der größte Profiteur der Prostitution in Deutschland ist Frau Schwarzer, die auf Kosten von uns Sexarbeitern ihr Buch verkauft.

Carmen

Wer in Deutschland rund 500 Hühnern und Hähnen den Kopf in der Stunde abhackt – ja, ich weiß, das machen zum größten Teil Maschinen - aber auch dort sind noch eine Menge Menschen beteiligt und die Bolzen für die ganzen Schweine und Rinder sind noch nicht automatisiert – der verdient im Schnitt weniger als 4 Euro die Stunde. Diese Menschen kommen oft aus Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien.

Was passiert mit deren Seele?

In den ersten Jahren als Chirurg im Notdienst, ständig übermüdet und permanent diesen Energien von offenen, sterbenden, verkrebsten Menschen ausgesetzt, verdient ein angehender Arzt weniger als die meisten Müllmänner.

Was passiert mit seiner Psyche?

Menschen, die Tag ein, Tag aus andere verstorbene Menschen entleeren, waschen und für die Beerdigung vorbereiten, haben früher einmal verdammt gut verdient. Diese Arbeit wird mittlerweile immer mehr automatisiert. Ja, es gibt Leichenwaschstraßen; nur ohne Unterbodenschutz. Wenn dies noch von Hand geschieht, dann wird diese Arbeit auch immer öfter von Aushilfskräften und Leiharbeitern übernommen. Und jetzt ratet mal, wo die her kommen und was die nur noch verdienen?

Was passiert mit deren Leidenschaft?

Dann ist da auch noch meine Fußpflegerin. Die macht einen verdammt wichtigen Job, den ich im Leben nicht machen könnte. Und meine Füße sind bei Weitem nicht das Schlimmste, was sie so täglich zu sehen bekommt und abarbeitet. Sie liebt ihren Job. Und es ist ein verdammt wichtiger Job.

Ich finde ja, im Leben läuft alles auf diese eine Frage hinaus:

Fußpflege oder Leichen waschen?

Und ich möchte und könnte beides nicht tun. Früher oder später wird ein jeder von uns mindestens eine dieser Dienstleistungen an Anspruch nehmen, nehmen müssen.

Und dann gibt es dann noch Menschen, oft Frauen, die der Sexarbeit nachgehen. Das ist anscheinend gerade mal wieder nicht OK. Das ist auch eine Arbeit, eine verdammt wichtige Arbeit und wenn ich so an die Hühner oder die Fersen von 60-jährigen Single-Männern denke … dann …

Ja, ich weiß. Äpfel, Birnen und überhaupt. Oder doch nicht. Ein Job ist ein Job. Für die einen beschissen, für die anderen ein Traum und für die allermeisten wohl eine Notwendigkeit. Für einige richtig gut bezahlt, für viele eher nicht.

Und wenn ich dann da noch an die ganzen Altenpfleger (wo kamen die alle noch mal her, die man sich hier noch leisten kann?) und Krankenschwestern und Ambulanzwagenfahrer und Polizisten denke, was die so tag-täglich sehen, erleben, wegmachen und verarbeiten müssen … da kann ich keine Linie, keine Grenze ziehen und vor allem will ich das auch gar nicht.

Ich bezahle einen Arsch voll Geld für Yoga. Das tue ich aus einem einzigen Grund. Ich will, dass es mir besser geht und das mir da jemand bei hilft. Wenn ich einsam bin und keinen Partner habe, dann kann ich auch genau so jemanden dafür bezahlen, dass es mir besser geht, dass er mir dabei hilft.

Das verdamme ich nicht, des kriminalisiere ich nicht. Da sage ich danke.

JA. Ich höre schon die ganzen Aufschreie. Menschenhandel. Zwangsprostitution und all das andere. Das gibt es. Aber eben nicht nur. Und jeder mit nur eineinhalb Gehirnzellen versteht eigentlich auch, dass er die Umstände und Zustände nur verschlimmert, wenn er 'Schwedische Verhältnisse' schafft.

Aber darum geht es ja mal wieder nicht. Wo kämen wir hin, wenn wir in Deutschland mal was mit Sinn und Verstand täten?

Dabei hatten wir doch mit dem Prostitutionsgesetzes zumindest in der Vergangenheit mal einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gewagt. Die 'Zustände' sind etwas besser geworden, der 'Menschenhandel' hat sogar etwas abgenommen. Zumindest hatte er das. Bis wir angefangen haben Geld in Banken zu pumpen und die Arbeitslosigkeit in Neu-EU-Ländern wieder hoch gegangen ist. Warum wissen wir alle.

Und was tun wir dagegen? Genau. Wir heben den moralischen Zeigefinger und wollen diese Einnahmemöglichkeit auch noch unter Strafe stellen.

Wir haben Gesetze gegen Menschenhandel, Zwangsarbeit und all die anderen Dinge. Und für Deutschland sind das gar nicht mal so schlechte Gesetze. Da haben wir schon weitaus Schlechteres verabschiedet. Man müsste sie nur einmal umsetzen. Das können wir hier nur wieder nicht.

Genau so wenig, wie auf schrille Debatten zu verzichten und entweder dafür oder dagegen zu sein zu müssen.

Wir können alles. Außer Vernunft.

Wenn jemand einen verdammt wichtigen Job macht, aus welchen Gründen (oder Nöten) auch immer, dann sollte dieser jemand dafür ordentlich bezahlt werden und diesen Job unter halbwegs gescheiten Bedingungen ausüben können.

Und dann nimmt man sich der Nöte an; anstatt diese zu negieren und diese Menschen zu stigmatisieren. Und dabei meine ich die Menschen auf beiden Seiten des Kondoms.

Dass es hierzulande Bordelle gibt, die mit einer Flat werben können und sich rühmen dürfen, die Billigsten zu sein – darüber wird wieder so gar nicht geredet. Das wäre ja auch mal ein sinniger, wenn auch kleiner, Anfang.

Nein, wir schauen lieber in die andere Richtung, wenn Menschen, die tatsächlich hierher 'gehandelt' worden sind, dann anschließend wieder direkt in ihr Heimatland abgeschoben werden.

Was passiert denn mit deren Seele?

Ich wette, darüber wird eine Frau Schwarzer wohl eher kein Buch schreiben. Auch keinen Leserbrief in einer Zeitung, die ja so bekannt ist für ihre Genderbestrebungen.

Wenn wir uns alle doch einfach mal ein wenig darauf konzentrieren würden, den Sex zu bekommen, den wir den anderen neiden, wenn wir uns doch alle nur ein wenig darauf konzentrieren würden, die Nöte all jener, die hierherkommen, damit sie ihre Familien ernährt bekommen, wirklich Ernst zu nehmen, dann hätten wir weder die Zeit, noch die Notwendigkeit die (falschen) Moralbürger zu spielen.

Dann käme uns vielleicht auch mal wieder in den Sinn, für eine gescheite Arbeit, für eine gescheite und vor allem für eine verdammt wichtige Dienstleistung ordentlich zu zahlen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es um Hornhaut, Hühnersuppe oder Natursekt geht.

Diese ganze Debatte ist nämlich nicht anderes als ein weiterer übler Auswuchs unsere Geiz-ist-Geil-Haltung. Mit anschließendem schlechten Gewissen.

99 Cent für das Kilo Fleisch. 30 Euro für nen Arschfick. Und 60.000 für den neuen A6.

Willkommen in Deutschland, liebe EU Bürger von weiter südlich. Bitte blasen und Fresse halten. Zum Dank schicken wir euch die Polizei auf den Hals und anschließend wieder nach Hause.

Aber glaubt mal nicht, dass die ganzen Entscheider sich dann tatsächlich alle wieder selber einen runter holen würden …